Von Reims aus ging es für uns weiter Richtung Honfleur.
Auf der Karte sah die Route eigentlich ganz harmlos aus: Reims → Beauvais → Rouen → Honfleur. Klingt logisch, klingt entspannt, klingt nach „Wir sind bald da“.
Und wieder haben wir uns auf das Navi verlassen. Natürlich.
Wir sind also gefahren und gefahren, und irgendwann wurde der Verkehr dichter. Dann noch dichter. Dann Stau. Wir haben uns angeschaut und gedacht: Da muss eine grössere Stadt in der Nähe sein.
Ach so, auf einer Raststätte hatte ich noch gewitzelt, dass wir zur Nervenstärkung ja mal quer durch Paris fahren könnten. Um den Arc de Triomphe. Nur so. Zum Spass.
Was soll ich sagen? Der Stau war… die Autobahn rein nach Paris.

Wir sind also wirklich quer durch Paris gefahren. Einfach so. Weil das Navi fand, das sei eine gute Idee.
Aber auch das haben wir gut überstanden. Wir sind ja mittlerweile geübt im „manchmal daneben“.


Nach Paris hatten wir noch ungefähr 2.5 Stunden bis Honfleur. Und was soll ich sagen? Das Hineinfahren in diese Stadt ist einfach wunderschön gewesen. Nur schon die Strecke zu unserem Campingplatz hat uns beeindruckt, grün, charmant, leicht hügelig, und dann plötzlich dieses maritime Flair.
Campingplatz: Glück gehabt, na ja, so halb
Den Platz konnten wir nicht reservieren, also sind wir auf gut Glück hingefahren. Und wir hatten Glück. Also… Glück, dass wir einen Platz hatten.
Wir sind bei Regen angekommen, und der Boden war entsprechend matschig. Dafür können die Betreiber nichts. Aber die uns zugewiesene Parzelle war… sagen wir mal: unterirdisch.
Quer. Leicht erhöht. Am Ende des ganzen Platzes. Hinter einer Hecke eine gut befahrene Strasse. Und eng zum Nachbarn.

Unser bisher schlechtester Platz. Aber hey, wir hatten einen Platz. Und wir sind ja flexibel.
Trotz Regen: Spaziergang zur Promenade des Personnalités
Trotz Regen haben wir June geschnappt und sind los zur Promenade des Personnalités. Was soll ich sagen? Einfach wunderschön.
Nur schon diese Ecke, die wir angeschaut haben, hat uns verzaubert.

Danach sind wir zurück ins Wohnmobil, haben uns besser angezogen (Schirm, richtige Schuhe) und sind nochmals los, diesmal zum Alten Hafen.
Honfleur – ein Ort zum Verlieben
Honfleur ist eine Stadt, die man nicht einfach besucht. Man verliebt sich in sie.
Die schmalen Gassen, die alten Häuser mit ihren Schieferfassaden, der Hafen, die kleinen Cafés, die Atmosphäre… Ich habe selten einen Ort gesehen, der so viel Charme hat.


Kurz etwas über Honfleur
Honfleur liegt an der Mündung der Seine und war über Jahrhunderte ein wichtiger Hafen für Handel und Seefahrt. Die Altstadt ist berühmt für ihre schiefen, engen Fachwerkhäuser, die sich rund um den alten Hafen drängen. Viele Künstler, darunter Eugène Boudin und Claude Monet, haben hier gemalt, weil das Licht in Honfleur besonders weich und klar ist.
Die Stadt ist ein kleines Bilderbuch aus Geschichte, Meer, Kunst und französischem Flair.



Nachtruhe – na ja… irgendwann
Zufrieden sind wir ins Bett gefallen und haben sehr gut geschlafen. Also… irgendwann. Ich hatte etwas Mühe mit dem Einschlafen, der Strassenlärm war schon heftig. Aber irgendwann schläft man einfach ein.
St‑Katherin – die Holzkirche der Seefahrer
Am nächsten Tag sind wir wieder los und haben den Ort erkundet. Und natürlich haben wir die St‑Katherin‑Kirche gefunden.

Etwas über diese besondere Kirche
Die Église Sainte‑Catherine ist die älteste Holzkirche Frankreichs und eine der ungewöhnlichsten. Sie wurde im 15. Jahrhundert von Seefahrern und Schiffsbauern gebaut, die nach dem Hundertjährigen Krieg keine Steinmetze mehr hatten. Also bauten sie die Kirche so, wie sie Schiffe bauten:
- ohne Sägen
- mit Axt und Handwerk
- mit Holz aus den Wäldern rund um Honfleur
Darum sieht das Innere der Kirche aus wie ein umgedrehtes Schiff. Zwei Schiffe, eigentlich, denn die Kirche hat zwei parallele Kirchenschiffe, jedes wie ein hölzerner Rumpf. Ein Ort voller Geschichte, Wärme und Seele.


Kaffee, Crêpe und Leckereien
Gestärkt mit einem Kaffee und einer Crêpe haben wir uns weiter umgeschaut und die eine oder andere Leckerei eingekauft. Wir sind wirklich viel gelaufen und haben gestaunt.
Abendstimmung
Eigentlich wollten wir heute nochmals los, Muscheln essen wäre toll gewesen. Aber wir sind alle drei sehr müde und lassen den Abend ruhig ausklingen, damit wir morgen fit sind für die Weiterfahrt.
Manchmal ist genau das der perfekte Abschluss.




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